Plagiatssoftware – Was kann sie, was kann sie nicht?

Plagiate sind Textstellen oder sogar ganze Texte, die jemand quasi frech von einer anderen Person übernimmt, und dabei so tut, als seien die Zeilen aus seiner oder ihrer Feder geflossen. Wie kann ein solcher „Textklau“ nun erkannt werden?

Auch sehr Belesene und Gebildete können unmöglich alles gelesen haben und sich dann auch noch daran erinnern, von wem das Geschriebene stammt. Im digitalen Zeitalter hilft Software beim Recherchieren und Auffinden von Texten. Bei einer Plagiatssoftware handelt es sich im Grunde also genau um das: Einem Werkzeug, das den betreffenden Text untersucht, und zwar auf mögliche weitere Verfasser*innen. Klingt verschwurbelt? Wir lösen das jetzt auf:

Ida hat eine Hausarbeit in Geschichte geschrieben, Umfang 20 Seiten. Über die Wochen hat sie mit Quellen, Sekundärliteratur, nicht zuletzt aber auch mit ihrem Anspruch an sich selbst gekämpft. Sauberer, wissenschaftlicher Schreibstil, korrekte Formatierung, Einhalten der Richtlinien zum Zitieren und Bibliografieren, und, ganz wichtig, Einhaltung der Deadline, der Abgabefrist. Zwei Tage vor dem Termin kommen Ida Zweifel. Hat sie wirklich alle Zitate mit dem richtigen Verfasser aufgenommen? Wie sieht es aus mit der verwendeten Sekundärliteratur, hat sie tatsächlich übernommene Gedanken mit dem jeweiligen Autor und der Seitenzahl versehen?

Ein Freund bietet an, mit einer Plagiatssoftware die fast fertige Hausarbeit zu durchsuchen. Das Ergebnis lässt Ida allerdings nicht ruhig schlafen, obwohl sie fast hundertprozentig sicher ist, sauber gearbeitet zu haben. Die Software hat alle direkten Zitate markiert. Das ist im Grunde logisch, denn eine Plagiatssoftware sucht nach Textstellen, die irgendjemand bereits irgendwo veröffentlicht hat. Sind die Verfasser, also die Urheber, alle korrekt genannt, ist das kein Problem. Falls nicht, muss an dieser Stelle nachgearbeitet werden.

Alle gefundenen Textstellen, das können auch Teilsätze sein, werden markiert, am Rand erscheint die von der Software gefundene Quelle, also Autor oder URL. Zusätzlich wird eine Zahl in Prozent angezeigt. Diese Zahl zeigt an, zu wie viel Prozent der geprüfte Text den Quellen, die zu Vergleich herangezogen wurden, ähnelt.

An die Leser*innen, die an dieser Stelle ächzend aufgeben: Mit dem Ergebnis der Überprüfung weiß Ida leider immer noch nicht, wie viel sie plagiiert hat. Am Ende geht sie die gesamte Arbeit noch einmal durch und prüft von Hand, ob Seitenzahlen und Verweise stimmen.

Ein weiteres Problem von eingesetzter Plagiatssoftware liegt darin, dass sie nicht einheitlich arbeitet. Die Software A findet möglicherweise eine Ähnlichkeit von 15 Prozent, eine Software B weist bereits 21 Prozent aus und so weiter. Im nächsten Beitrag werden wir das Thema vertiefen, allerdings ohne namentlich eine Plagiatssoftware zu empfehlen.