Über das Plagiat

Wer für andere schreibt, wie die Autor*innen unserer Agentur, wird häufig gefragt, wie „sicher“ denn so eine Arbeit, so ein Text, sei. Sicher?? Schnell kommt die Rede auf mögliche Plagiate. Doch was ist eigentlich ein Plagiat?

Ein Plagiat ist eine Textstelle, die nicht vom Verfasser stammt, sondern von ihm aus einem fremden Text übernommen wurde, ohne einen Verweis anzubringen. Damit handelt es sich um geistigen Diebstahl. Die Person wird Plagiator genannt. Kurz gesagt: Wer in seinem wissenschaftlichen Text Zitate einbaut und diese nicht kennzeichnet, bedient sich an den Leistungen anderer Autoren oder Wissenschaftler.

Auf den ersten Blick scheint es klar zu sein: Text-Plagiate können eindeutig erkannt werden, wer plagiiert, klaut. Kultur und Wissenschaft haben dennoch berühmte Plagiatoren hervorgebracht: Die lange Reihe von Politiker*innen lassen wir außen vor, über sie wurde genug berichtet. Bertolt Brecht hat in seiner Dreigroschenoper Texte von François Villon verwendet, erst der Kritiker Alfred Kerr thematisierte diesen „Klau“.

Wenn im Journalismus eine Pressemitteilung z. B. von der dpa unverändert und ohne Quellenangabe übernommen wird, entsteht im Grunde ein Plagiat. In diesem Zusammenhang scheint es allerdings kein Problembewusstsein zu geben.

In der Wissenschaft hingegen besteht die Möglichkeit, dass ein Plagiat eine Täuschung darstellt, dass es gegen die Prüfungsordnung verstößt bzw. gegen das Universitätsrecht. Doch Vorsicht, kann es wirklich sein, dass ein einzelnes Zitat, bei dem die Quellenangabe vergessen wurde, zum Ausschluss vom Studium führt?

Darauf und auf die verschiedenen Formen von Plagiaten gehen wir im nächsten Beitrag ein!