Gedanken zum Plagiat
Das Plagiat
Das Plagiat, lat.: plagiarius, „Menschenräuber“, „Dieb an geistigem Eigentum“, ist im Wissenschaftsbetrieb nicht nur verpönt und verboten, es ist auch – nüchtern gesprochen – schlicht nichts weiter als eine überflüssige Dummheit. Denn gediegene Güte einer wissenschaftlichen Arbeit stellt sich unter anderem dadurch ein, dass der Verfasser (die Verfasserin) eines Textes auf relevante, auf hochwertige und möglichst aktuelle Quellen verweist und durch deren rechte – also sowohl ausgewogene als auch inhaltlich passende – Verwendung deutlich werden lässt, dass er den jeweiligen Forschungsstand nicht nur zu überblicken, sondern auch in systematischer, überdies stets auf die gegebene Themenstellung bezogener und eben immerzu belegter Weise zu rekonstruieren vermag. Die Verwendung von direkten und indirekten Zitaten ist somit nicht nur geboten, sie ist – ohne des Guten hier zu viel zu tun[1] – geradezu verlangt. Denn selbst jene Teile einer wissenschaftlichen Arbeit, die sich im Wesentlichen als sogenannte „Eigenleistung“ charakterisieren lassen – und seitens der universitären Lehrkörper gelegentlich explizit gewünscht bzw. gefordert werden –, jene Textbausteine also, in denen der Autor (die Autorin) nicht allein zur Theoriebildung referiert und bereits von anderen Wissenschaftlern einschlägig Verfasstes rekonstruiert, bedürfen – um nicht aus der Luft gegriffen und einfach bloß postuliert zu sein – immer auch des Verweises auf andere wissenschaftliche Arbeiten, auf statistisches Zahlenmaterial oder etwa aktuelle Erhebungen, Befragungen, Analysen oder sonstige Forschungsresultate.
Aus diesen Gründen, auch aber, weil es zwischenzeitlich wohl kaum ein wissenschaftliches Thema gibt, zu dem nicht irgendein Autor (eine Autorin) bereits mehr oder minder Profundes abgesondert hat, ist es ausgesprochen unklug, etwa aus falsch verstandenem Ehrgeiz, ganze Passagen oder auch nur Sätze anderer Autoren (oder Autorinnen) zu übernehmen, ohne diese in der eigenen Arbeit klar und unmissverständlich kenntlich zu machen und als fremdes Gedankengut auszuweisen. Übrigens kann noch nicht einmal ein vermeintlicher Zeitgewinn als Argument für das Plagiat ins Feld geführt werden. Denn schließlich darf ja grundsätzlich alles (in Paraphrase) abgeschrieben oder in wörtlicher Rede zitiert werden. Die Hinzufügung der Belegstelle kostet nicht mehr als eine Sekunde. Die Kosten als Plagiator erwischt zu werden, können unter Umständen ungleich höher ausfallen.
Kurz: es rentiert sich einfach nicht. Dagegen rentiert es sich ungemein – man bedenke alleine den enormen Zeitgewinn und all den Stress, der sich erst gar nicht einzustellen braucht –, unser Kontaktformular zu verwenden, oder uns einfach anzurufen. Sie erreichen uns zu den gewöhnlichen Bürozeiten, Notfälle dagegen bedienen sich unserer Mobilnummer.
[1] Wie so oft – und auch schon Aristoteles wusste – liegt das rechte Maß in der „Mitte“, für die der werdende Wissenschaftler in der Tat ein „Gespür“ entwickeln muss. Faustregeln lassen sich hier indes kaum aufstellen, da die diesbezüglichen Erwartungen des Lehrpersonals an den Hochschulen durchaus erheblich voneinander differieren können.
